Am Morgen stelle ich erfreut fest, dass ich anderthalb Kilo weniger auf die Waage bringe. Und das nur indem ich meinem Körper gefolgt bin. Ich mache eine Runde Hormon Yoga mit der DVD von Monika Schostak. Die Abfolge ist mir zu schnell, ich drücke immer wieder die Pause Taste, um die Übungen in meinem Tempo machen zu können. Ausserdem stört mich die etwas schrille Stimme der Yogalehrerin im Video. Ihr Atem kommt mir extrem flach vor, das ist mir schon bei mehreren Yogalehrerinnen aufgefallen. Aber die Übungen sind wirklich gut für die Schilddrüse und das gesamte Hormonsystem, deshalb werde ich weiter mit dieser DVD arbeiten bis ich die Übungen auswendig kann.

http://www.amazon.de/Hormon-Yoga-für-Frauen-Dinah-Rodriguez/dp/3843481458/ref=sr_1_1?s=dvd&ie=UTF8&qid=1357674836&sr=1-1

Seit zwei Tagen ist mein Sohn aus dem Urlaub zurück. Das bedeutet, dass ich meist doppelt kochen muss, da er nicht isst, was ich mag, und ich nicht essen will, was er mag… nämlich Pasta in allen Variationen, Kartoffelbrei, Fleisch etc. Ein wenig Gemüse isst er zwar auch, aber hauptsächlich eben Kohlenhydrate, was für einen sportlichen 14-Jährigen ja auch völlig in Ordnung ist. Dazu kommt natürlich noch der Haushalt, zwei Hunde und meine Arbeit. Da ist es wirklich nicht leicht, für mich zu sorgen und mir die Pausen zu gönnen, die ich brauche, um mit mir selbst in Kontakt zu bleiben.

Heute am frühen Abend geht mir meine Selbstbeherrschung flöten und ich bestelle mir Sushi, weil ich nicht zum essen gekommen bin und einfach nicht die Musse habe doppelt zu kochen. Für mein schlechtes Gewissen noch einen Algensalat dazu. Eigentlich will ich ja keinen weissen Reis essen, aber in diesem Moment ist mir das egal. Natürlich ist es nicht weiter dramatisch hin und wieder mal Sushi zu essen, aber es ist nicht das was mein Körper gerade braucht, und das spüre ich beim essen sehr deutlich. Ich bin zwar satt, aber nicht zufrieden.

Dies ist nun ein spannender Moment, denn ich könnte jetzt entweder die Spirale nach unten besteigen und mich noch schlechter fühlen oder der Spirale nach oben folgen: jeder Moment ist neu und frisch und ich habe die Chance wieder ganz da zu sein mit mir. Und deshalb bleibt der Fernseher heute ausgeschaltet, ich entzünde  ein nährendes Feuer im Ofen und erlaube den Gefühlen da zu sein.

Die erste Schicht ist Trauer.

Die zweite Schicht ist Wut.

Unter der Wut liegt Kraft und Potential.

Weite.

Licht.

Frieden.