Mein Bauch ist weg! Das fiel mir vor ein paar Tagen auf, als ich gerade Jeans und Bh trug. Ok. so ein kleiner Hubbel ist da, aber der ist wirklich als süss einzustufen, finde ich. Meinen Po habe ich ja noch, aber auch da habe ich immer weniger das Bedürfnis, lange Shirts drüberzuziehen.
Mein neuer Ernährungsstil ist mir inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen, ich muss mich gar nicht anstrengen dafür und ich vermisse es inzwischen, wenn ich nicht genügend Frisches zu mir nehmen kann, wenn ich mal unterwegs bin. Zum Glück gibt es Salate ja nun wirklich fast überall. Ich mache aber auch Ausnahmen, wenn mir danach ist, nur nicht zu häufig.

Gesundheitlich fühle ich mich stabil und so kommen nun wieder mehr andere Themen in mein Leben, vor allem die Liebe.

Als es mir Anfang des Jahres so schlecht ging, bin ich darauf gestossen, dass etwas in mir nicht mehr an die Liebe glaubte. Das fühlte sich an wie ein Teil in mir, den ich absterben liess. Ich habe nicht mehr daran geglaubt, dass Liebe für mich lebbar ist, ohne mich selbst dabei aufzugeben. Oder zumindest wusste ich nicht wie das gehen soll.

Vor 3, 4 Jahren habe ich eine langjährige Beziehung verlassen, weil ich mich darin wie in einem Korsett fühlte. Der Mann, mit dem ich zusammen war, ist wirklich ein wunderbarer Mensch, der ein totales Ja zu mir hatte, der meinen Sohn wie sein eigenes Kind annahm, alles für mich tat, und dennoch konnten Teile von mir dort nicht lebendig sein, so sehr ich auch versuchte sie ihm gegenüber sichtbar zu machen oder eben mit anderen zu leben. Es ging hier nicht nur um etwas sexuelles, eher um etwas seelisches, diese feine Schwingung jenseits von Worten, sich einfühlen können. Er hat wirklich versucht mich zu verstehen, aber es kam vom Kopf her, er war einfach nicht in der Lage, mich zu fühlen, wie ich bin oder eben nur bestimmte Teile von mir. Es war immer als bliebe meine Seele unsichtbar.

Lange Zeit blieb ich, weil ich dachte: du kannst eben nicht alles haben. Aber irgendwann musste ich einfach gehen. Ich habe die letzten drei Jahre gebraucht, um wieder ganz bei mir anzukommen. Ich habe niemanden allzuweit in meinen Raum gelassen, ausser mein Kind natürlich, ich brauchte das, um mich wieder ganz spüren zu können. Beim tanzen hatte ich viel Körperkontakt, aber ansonsten liess ich nur selten jemand näher kommen. Schön fand ich immer mehr einen sinnlichen Kontakt mit Frauen, weil diese Feinheit da besser schwingen konnte, und es nicht sofort sexuell wurde, weil es nicht in irgendeine Richtung gehen musste, mehr im Moment blieb, zärtlich, sanft und irgendwie unschuldig war. Aber sobald eine mehr von mir wollte, sich verliebte oder gar eine Beziehung anstrebte, war ich weg.

Aber Anfang dieses Jahres spürte ich, dass ich mich wieder berührbarer machen möchte, dass wir als Menschen einfach Nähe brauchen. Dabei geht es für mich vor allem um diese Offenheit dem Leben gegenüber, die Liebe in jedem Moment zuzulasen, nicht nur mit einem speziellen Menschen. Aber vielleicht auch mit einem speziellen Menschen, wenn das gerade in mein Leben kommt. Ich weiss noch nicht wie das alles gehen kann, wie ich meinen Raum öffnen und doch behalten kann. Damit experimentiere ich gerade. Jedenfalls ist zum ersten Mal seit dreieinhalb Jahren wieder ein Mann in mein Leben getreten, der mich sehr berührt. Und ich will jetzt etwas ganz Neues ausprobieren, nicht wieder in so eine Beziehungs-Schablone geraten. Wie das geht, weiss ich noch nicht. Ich will einfach wach von Moment zu Moment gehen und total zu meiner Wahrheit stehen, mich nicht verbiegen und mich trotzdem trauen, offen zu sein.

Letzte Nacht träumte ich, dass mein Bauchnabel offen war. Es tat nicht weh, aber er ging immer mehr auf wie ein Riss von etwa fünf Zentimetern. Jemand meinte dann: das muss wohl genäht werden!

Es fühlt sich an wie ein Tanz auf dem Vulkan.

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