Gestern war mein erster Tag ganz alleine hier im Paradies. Ich bin ein Mensch, der eigentlich sehr gut allein sein kann, gestern allerdings konnte ich spüren, dass ich stärker mit meinen Gefühlen konfrontiert war, sobald meine Freundin abgereist war. Ich fühlte mich ein wenig verloren und ging dann zu einer alten Bekannten, die hier abends Meditationen in ihrem Gästehaus anbietet. Sie erkannte mich aber überhaupt nicht wieder oder nur so ganz entfernt – ok. es ist ja auch 12 Jahre her, dass ich hier gelebt habe, und seitdem war ich nur auf kurzen Besuchen hier, von denen der letzte auch schon wieder 5 Jahre her ist. Trotzdem hat es mich irgendwie geknickt, denn wir hatten früher wirklich eine schöne Verbindung und sie war ein bisschen eine Mutterfigur für mich, so eine spirituelle, weise Freundin. Ihre Haare sind schneeweiss geworden und sie hat immer noch eine sehr kraftvolle, klare Ausstrahlung.

Da an diesem Abend aber Qigong auf dem Programm stand und mir mehr nach Meditieren war, ging ich zum Meer und schaute mir den Sonnenuntergang mit der Meditation „nährende Mutterliebe“ von der ISIS Mysterien Schule im Ohr an. Und ließ die Tränen aufsteigen. Als ich dann Zuhause war, spürte ich plötzlich, wie die Liebe meiner leiblichen Mutter, die ja schon vor vielen Jahren gestorben ist, plötzlich sehr präsent war.

Meine Mutter und ich hatten eine sehr schwierige Beziehung, sie hat auch ein paar wirklich dumme Sachen mit mir gemacht. Vor allem, dass sie mich mit 11 Jahren ins Internat  gesteckt hat, weil sie dort in einen Mann verliebt war, hat mich ziemlich massiv verletzt. Ich habe zwar versucht ihr zu vergeben, aber so ganz 100 % ig ist es mir bisher nicht gelungen.

Gestern aber konnte ich plötzlich so deutlich meine Liebe für sie spüren, eine Liebe, die ich so lange aus Verletzung zurückgehalten habe. Es war als würde die Mauer, die ich über Jahre aufrecht erhalten habe, plötzlich in sich zusammenfallen. Ich hatte auch nicht mehr das Gefühl mich vor ihr schützen zu müssen. Ich glaube seit meiner Kindheit habe ich gestern zum ersten Mal meine Liebe für meine Mutter wieder frei spüren können.

Ich habe plötzlich begriffen, dass es viel wichtiger für mich ist, meine Liebe für sie zu spüren, als nach ihrer Liebe für mich zu suchen. Ich wusste in diesem Moment auch ohne Zweifel, dass sie mich geliebt hat, auf ihre eigene Weise. Auf einmal konnte ich sie sehen, einfach als der Mensch, der sie war, mit all ihren Schwächen und Stärken, ohne Wertung. Die Tränen, die nun flossen, waren einfach nur gute Tränen der Berührung, der Liebe und Freude.

Später am Abend habe ich dann noch diese Meditation von LUMIRA gemacht, das passte dann so schön:

Heute morgen fiel mir plötzlich auf, dass Lumira meiner Mutter in mittlerem Alter extrem ähnlich sieht, diese halblangen braunen Haare und die slawischen Augen. Ich lese gerade Lumiras Buch „Erneuere deine Zellen“, das ich sehr inspirierend finde.

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