Die Sonne geht gerade glutgolden hinter dem Fluss unter und scheint zum Abschied des Tages noch einmal kräftig unter den Wolken hindurch. Ich bin dankbar, an solch einem schönen Ort leben zu dürfen. Trotzdem freue ich mich schon auf meinen bevorstehenden Urlaub. Noch vor kurzem war ich gar nicht sicher, ob ich genug Kraft habe, um mich auf eine doch recht weite Reise auf eine schöne warme Insel zu machen. Drei Wochen ohne Hunde, ohne Kind, ohne Verpflichtungen… ich freue mich schon diebisch und komme mir etwas gemein vor, dass ich es kaum erwarten kann, meine Lieben zu verlassen. Ist aber so.

Gestern Abend hatte ich überhaupt kein klares Gefühl, was ich essen wollte. Ich versuche ja jeden Tag neu auf meinen Körper zu hören, aber gestern hatte ich das Gefühl, dass ich durch die viele Rohkost-Lektüre etwas gebrainwashed war und einfach nicht mehr spüren konnte, was mein Körper wirklich braucht. Was mich wirklich nervt an einigen Rohkost Büchern ist die Behauptung, dass gekochte Nahrung „tot“ sei. Was die Enzyme betrifft, stimmt es vielleicht sogar, allerdings glaube ich nach wie vor, dass gesunde warme Nahrung einem Körper viel Gutes geben kann. Rohkost gibt mir sehr viel Energie, aber dann habe ich irgendwann auch das Bedürfnis, mich zu erden. Vor allem habe ich keine Lust auf irgendwelche Dogmen und leider neigen die Menschen dazu aus allem gleich eine Religion zu machen.

Wie dem auch sei, ich habe dann erst ein bisschen Kürbissuppe mit Maronen gegessen, dann ein wenig Salat, den ich nach einem Drittel stehen ließ, weil er mich einfach nicht anmachte. Essen soll mir schließlich Spass machen. Vielleicht hatte ich auch einfach keinen Hunger.

Morgens und tagsüber geht es mir mit Rohkost wirklich gut, aber an den Abenden ist es irgendwie immer anders. Wahrscheinlich ist es sogar ein bisschen egal, wenn ich den ganzen Tag schon so viele gute und potente Nährstoffe zu mir genommen habe.

 

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