In den letzten Jahren habe ich sehr viel mit verschiedensten Ernährungsweisen experimentiert. Dabei habe ich viel Gutes erfahren und auch einige grobe Fehler begangen, die meinem Körper nicht gut getan haben. Ich glaube, ich bin so langsam an dem Punkt, wo ich eigentlich weiss, was mir gut tut. Allein es dauerhaft umzusetzen, ist eine Herausforderung.

Hier eine kleine Auswahl aus meiner Experimentierkiste:

Makrobiotik

Basenfasten

Hardcore-Fasten nur mit Wassertrinken

kohlenhydratfreie Ernährung

FdH (Friss die Hälfte)

Rohkost

ausserdem habe ich nach und nach Süchte aufgegeben, bzw. bin immer noch dabei.

Als ich vor einigen Jahren nach mehreren emotionalen Schocks in meinem Leben, erkrankte, wusste erst kein Arzt, was ich eigentlich hatte. Ich wurde immer schwächer, kam bald kaum noch eine Treppe rauf und ging über Wochen und Monate zu verschiedensten Untersuchungen, bis endlich ein anthroposophischer Arzt mit einem Blick erkannte, dass ich an einer Schilddrüsenerkrankung litt. Ich habe mich dann ein Jahr lang sehr konsequent makrobiotisch ernährt und in dieser Zeit habe ich ohne jede Anstrengung viele Kilo verloren, obwohl ich mich immer satt aß. Dies geschah nach einigen Monaten und ich hatte das Gefühl, dass mein Körper die Pfunde loslassen konnte, weil er endlich die Nährstoffe bekam, die er brauchte, auch meine Werte waren nahezu wieder normal und ich fühlte mich gesund und fit.

Makrobiotik, so wie ich sie laienhaft und doch wirkungsvoll betrieben habe, bedeutet vor allem: kein Zucker, keine Milchprodukte, kein Fleisch, dafür vollwertige Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchte und Algen… und das möglichst in der idealen Zusammensetzung. Der Rohkostanteil ist eher klein. Ich habe mich mit diesem Essen immer sehr ausbalanciert gefühlt. Praktischer Weise wohnte ich damals in der Nähe eines makrobiotischen Restaurants, was mir die doch sehr aufwändige Zubereitung stark erleichterte. Eines Tages jedoch schloss der Mittagstisch…

tja… und dann kam der Schlendrian. Ich begann mein Essverhalten schleifen zu lassen, und schneller als ich essen konnte, waren alle Kilos wieder drauf- und noch ein paar dazu. Was Makrobiotik für mich wirklich schwierig macht, ist der Aufwand und dass man diese Art Essen kaum irgendwo bekommt, man macht sich ein Stück weit zum Aussenseiter. Ausserdem isst mein Sohn ganz anders und ich müsste dann immer doppelt kochen. Ich koche zwar ganz gern, aber ich habe auch durchaus noch andere Interessen. Makrobiotik ist wirkungsvoll, und mir schmeckt diese Art Essen auch wirklich gut, leider ist sie schwer umzusetzen für mich.

Was meinen Heilungsprozess angeht, habe ich mich zusätzlich zu der Ernährung auch viel mit meinen inneren Themen beschäftigt, die zu meiner Erkrankung geführt haben. dazu vielleicht ein anderes Mal mehr. Insgesamt hatte ich meine Krankheit mit dieser therapeutischen und spirituellen Arbeit ein ganze Zeit recht gut in Balance bis ich eines Tages auf die dumme Idee kam mit einer Freundin eine Fastenkur zu machen. 3 Tage Vorbereitung mit Obst und Gemüse, 3 Tage radikales Fasten nur mit Wasser trinken, 3 Tage Nachbereitung. Um es kurz zu machen, diese Fastenkur brachte mein gesamtes Hormonsystem so durcheinander, dass ich danach ein ganzes Jahr brauchte, um wieder in Balance zu kommen. Seitdem halte ich mich fern von allen Extremkuren. Ich hätte mir wirklich in den Arsch beissen können, dass ich nur aus einer Neugier heraus so sehr meine Gesundheit aus dem Gleichgewicht gebracht habe. Aber scheinbar wollte ich diese Erfahrung machen.

Was mir allerdings immer wieder sehr gut tut sind kurze Basenfasten-Kuren.

Seitdem pendle ich zwischen sehr gesunden Phasen und weniger gesunden Phasen hin und her. Wenn es mir gut geht, neige ich dazu, mich wieder gehenzulassen, esse Chips, trinke auch mal Alkohol und esse Pasta, Weissmehl, all die Dinge von denen ich inzwischen weiss, dass sie mir einfach nicht gut tun. So schön schlank wie in der Makro-Zeit wurde ich nicht wieder bisher.

Letztes Jahr habe ich mit einer kohlenhydratfreien Ernährung tatsächlich geschafft, einige Kilos abzunehmen. Aber mein Haar wurde brüchig und ich konnte spüren, dass mir etwas fehlte. Verbote funktionieren bei mir nie lange und bewirken eher das Gegenteil. Es ist etwas anderes, wenn ich selbst spüre, dass mir etwas einfach nicht gut tut und ich es deshalb sein lasse, wie zum Beispiel den Zucker, den ich seit der Makro-Zeit erfolgreich aufgegeben habe. Aber bestimmten Ernährungsweisen zu folgen, ist letztendlich immer zum Scheitern verurteilt.

Inzwischen bin ich an einem Punkt, wo ich ganz gut zwischen Suchtverhalten, emotionalem Essen und den wirklichen gesunden Botschaften meines Körpers unterscheiden kann. Ich habe mich nochmal auf den Weg gemacht mit diesem neuen Jahr, mich den wunden Punkten in mir auf einer noch tieferen Ebene als bisher zu stellen, denn um mein Essverhalten zu ändern, muss ich mich mit meinen zurückgehaltenen und unterdrückten Emotionen beschäftigen. Dabei hilft mir das Vital Coach Projekt mit Thorsten Weiss zur Zeit wirklich sehr. Im Moment ist es sehr leicht, mich gut zu ernähren, und das liegt grösstenteils, glaube ich, daran, dass ich mich wirklich um meine echten Gefühle kümmere, auch die unangenehmen, schmerzhaften, und dass ich mir erlaube auf meinen Körper zu hören. Der sagt mir in letzter Zeit ganz irre Sachen. Gestern wollte er fast nur Rohkost essen, er fieberte regelrecht danach; überhaupt nimmt Rohkost einen immer grösseren Platz in meiner Ernährung ein, was sehr neu für mich ist, vor allem im Winter. Ich bin im Moment einfach gespannt, wo mich das alles hinführt. ich möchte vor allem mit Vitalität und Leichtigkeit durchs Leben gehen. Seitdem ich alle Konzepte losgelassen habe, macht mir essen wieder richtig Spass. Ich frage meinen Körper, was er will, und dann gebe ich es ihm. Und das ist jeden Tag frisch und neu.

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